Mittwoch, 23. Februar 2011

Fort Nimrod und Banjas

Heute morgen bin ich schon kurz vor 7 aufgestanden, eigentlich wollte ich halb acht mit einem Freund von Uria mit zur Kreuzung noerdlich von Kiryat Shmona fahren, aber wir haben uns verfehlt. Also hab ich meinen Tramp zum Fort Nimrod schon direkt in Kiryat Shmona gestartet. Was fuer ein Abenteuer, Franzi zum ersten Mal alleine auf Tour per Tramp :) So wirklich abenteuerlich wars gar nicht. Mein dritter "Fahrer" hat mich sogar bis direkt vor den Eingang vom Fort Nimrod gebracht! Dort habe ich eine Weile mit dem Shomer am Einlass diskutiert, weil mein Studentenausweis kein Bild hat. Letztendlich hat er ihn nicht akzeptiert und ich musste den vollen Preis zahlen XD
mit mir kamen 3 oder 4 Busse voller Schulklassen an, laermender Schulklassen... Sie haben mich fast die ganze Zeit im Fort mehr oder weniger begleitet. Fort Nimrod ist eines der groessten, relativ gut erhaltenen Forts in Israel und stammt aus der Kreuzfahrerzeit. Ich bin dort mindestens eine Stunde rumgetigert und hab mir alles angeguckt, immer mit dem Versuch, nicht in die Schuelermengen zu geraten ;)

Als ich alles gesehen hab (zumindest glaube ich alles gesehen zu haben) habe ich mich auf den Weg zu den Banjas-Quellen gemacht. Endlich Ruhe und keine laermenden Truppen mehr :D Ganz alleine bin ich durch Stock und Stein den sanft abfallenden Hang runtergewandert, immer die weiss-gruen-weissen Markierungen im Blick, man kann zwischen den Steinen leicht den Weg verlieren. Alles ist unglaublich gruen, es gibt viele wunderbare Blumen und ich hab einige Tiere getroffen. Bilder gibts zu Hause ;) Auf dem ganzen Weg bis zu den Banjas-Quellen hab ich niemanden getroffen ausser einem Schafhirten mit seiner bloekenden Herde und ein paar Hunden. Der Hirte selber hat die verruecktesten Geraeusche von sich gegeben, wie ein Mix aus Raubvogelgeschrei und Hyaenengekicher und immer ein "jalla" zwischendurch :) Ansonsten habe ich einige Echsen gesehen, Klippdachse im Fort, eine ziemlich grosse schwarze Schlange, ein paar Kuehe und ein Kaelbchen... Und ich habe einen kleinen Schreck gekriegt als ploetzlich von all den Orten um mich rum die Sirenen losgingen. Schuesse aus dem Norden hab ich die ganze Zeit gehoert, wahrscheinlich eine Armeebasis. Kurz danach rief mich Uria an (er war inzwischen aufgewacht) und fragte, ob alles geklappt hat mit der Tramperei. Er konnte mich beruhigen, es war nur eine Uebung, aber an solche Sirenen bin ich nunmal nicht gewoehnt...

Die Quellen selber haben mich irgendwie wenig beeindruckt, war mir alles ein bisschen zu touristisch. Vor allem ueberall dieses Schweizerdeutsch XD (war grad eine Gruppe unterwegs). Nachdem ich die Ausgrabungen und die Stufenanlagen im Wasser angeguckt hab bin ich weiter in Richtung Banjas-Wasserfall gelaufen. Der Banjas fuehrt dank des vielen Regens in den letzten Wochen unglaublich viel Wasser. So viel, dass ich mich kaum auf die Plattform vor dem Wasserfall getraut hab, weil da so viel Wasser runterkam, dass ich komplett geduscht worden waere...
Zum Schluss bin ich noch den neu angelegten "Suspended Trail" gelaufen, der auf den Schildern als "schoenster Pfad in Israel" gelobt wurde. Schon schoen, aber auch nicht anders als der Weg davor... Meine beiden Tramps auf dem Rueckweg haetten unterschiedlicher nicht sein koennen. Zuerst hat mich ein ruehriges aelteres Ehepaar ein Stueck mitgenommen, die mich gleich mit frisch von der Plantage geernteten Mandarinen und Aepfeln versorgt haben. Dann stand ich eine ganze Weile an der Haltestelle (muss wohl sehr unvertrauenswuerdig ausgesehen haben...) bis ein Bonzenwagen, ich glaube ein Mercedes, anhielt. Der Mann sprach gut hebraeisch, erst als ich Uria von ihm erzaehlt hab sagte der mir, das war zu hundert Prozent ein Araber. Nicht, dass ich was gegen die haette, aber komisch war er schon, der haette mich am liebsten gleich behalten und ueberall hin kutschiert XD War mir dann doch ein bisschen skurril. In Kiryat Shmona hab ich mich prompt verlaufen und musste Uria anrufen, damit er mich zurueck lotst :D
Nun bin ich wieder hier, hab den versprochenen Apfelkuchen gebacken, der ist auch direkt fast aufgegessen worden. Ich habe mir boese den Nacken, Hals und einen Teil meines Dekolltees verbrannt, ich lerns auch echt nicht! Und da ich fast 7 Stunden ununterbrochen gewandert bin, bin ich nun ziemlich k.o. und werde ins Bett verschwinden...
Liebe Gruesse an euch aus dem hohen Norden und bis bald :)

Montag, 21. Februar 2011

Kibbutz-Wochenende

Kurz nach neun bin ich in Pardes-Hanna angekommen, wo ich von Lee, Rami (auch einer vom Austausch) und noch einem Freund von den beiden abgeholt wurde. Wir waren zuerst bei Lee wo wir mit einem kleinen vierraedrigen Kibbutzgefaehrt wild durch den Kibbutz geheizt sind, war sehr lustig :) Kurz nach Mitternacht kam Florine in Hadera an, dort haben wir sie abgeholt. Dann waren wir mit Tal und Adi (auch zwei vom Austausch) und noch ein paar anderen Leuten in einem Pub in En Shemer. In En Shemer, auch ein Kibbutz, ist die Schule Mevo'ot Iron mit der damals der Austausch mit unserer Musikschule in Torgau stattfand.
Am naechsten Tag, Freitag, waren wir Humus essen mit ein paar Freunden von Lee und Rami, abends waren Lee und ich bei ihm zu Hause wo es grosses Shabat-Essen gab. Auch seine Cousine mit Mann und Zwilingstoechtern (2,5 Jahre), Rinats Bruder (Rinat ist Lees Mutter) und Rinats Eltern waren da. Es gab sehr viel und unglaublich leckeres Essen :) Freitag Abend sind wir dann noch in eine Bar nach Ramat HaShofet gefahren wo eine Party organisiert war. Es war ganz lustig, aber leider war der DJ nicht so fit.
Samstag sind Adi, Lee und Tal (ein Freund von den beiden der am Vorabend auch mit in Ramat HaShofet war) mit mir nach Caesarea gefahren, weil ich das Meer sehen wollte, aber zum baden wars mir zu kalt :) Abends bin ich dann von Lee zu Adi umgezogen, weil Lee zurueck zur Army musste.
Adi wohnt im Mohshav Talmei El'Azar. Mohshav ist eine genossenschaftlich organisierte ländliche Siedlungsform, aehnlich einem Dorf. Mit seinen Kumpels, die auch alle zum Wochenende von der Army zu Hause waren, haben wir Poike gemacht. Poike wird in einem grossen Topf direkt in der Glut eines Lagerfeuers gekocht. Zuerst kommen Oel und Zwiebeln in den Topf, danach Fleisch, Kartoffeln, Patate (Suesskartoffeln), Moehren, Knoblauchzehen und das ganze wird verrueckterweise in Cola gekocht. Spaeter kommen Gewuerze, scharfe Asiasosse und Reis oder Ptitim (aus aehnlichem Teig wie Nudeln, sieht aus wie kleine Kugeln) dazu. Das ganze schmeckt leicht suesslich und etwas scharf, ungewohnt aber lecker :)
Gestern Mittag bin ich wieder nach Tel Aviv gefahren. Den ganzen Vormittag war ein unglaubliches Unwetter: Sturm und es hat geschuettet wie aus Eimern... Wieder in Tel Aviv hab ich Waesche gewaschen und war mit Benni im Max-Brenner-Restaurant (Schokoladenrestaurant) Soufflee essen :) Soufflee das dritte fuer mich seit ich hier bin!
Heute fahr ich spontan wieder in die gleiche Gegend in der ich am Wochenende war und morgen gehts weiter nach Kiryat Shmona zu Uria. Dort will ich Mittwoch zu den Banjas-Falls fahren, vielleicht mach ich Mittwoch oder Donnerstag noch einen Abstecher an den Kinneret (Genezareth) bevor ich wieder nach Kiryat Gat fahre. Die Planung unserer Wuestentour sieht eher schlecht aus, das wird wohl leider nichts... Und naechste Woche muss ich leider schon wieder das Land verlassen :( Bis dahin hab ich aber noch einiges vor! Euch eine schoene Woche und bis bald :)

Donnerstag, 17. Februar 2011

Jerusalem of Gold

Dienstag sind wir erst am sehr späten Vormittag aufgestanden. Nach einem ausgiebigen Frühstück bin ich nach Jerusalem gefahren und war dort den Nachmittag in der Neustadt unterwegs. Abends wieder zurück in Gilo hab ich mich auf den Weg zu Ester Breuer gemacht. Sie hat zusammen mit Dr. Begrich viele Israelreisen geleitet, an zweien hat meine Mutter teilgenommen. Mutti hat mir für Ester einen Brief mitgegeben und mir gesagt ich müsse sie unbedingt mal treffen. Das hat sich auch gelohnt und wir haben uns wunderbar unterhalten. Eine faszinierende Frau :)
Später abends bin ich mit Florine nochmal in die Stadt gefahren, wo wir nahe der Altstadt in einem total niedlichen Restaurant gesessen haben, Salat für Florine und Shakshouka für mich! War sehr lecker :)

Gestern hatte Florine frei und wir haben den Tag in Jerusalem verbracht. In der Altstadt hatte ich eigentlich einige Mitbringsel kaufen wollen, aber ich war so genervt von dem ständigen angequatscht-werden und der komischerweise gar nicht vorhandenen Bereitschaft zu handeln, so sind wir nur durch den Shuk gelaufen und haben nichts gekauft. Später waren wir noch in der Kirche der Nationen und in der Sankt-Anna-Kirche. Letztere ist berühmt für ihre wunderbare Akustik. Die haben wir getestet und ein paar Lieder gesungen. Die asiatische Touristengruppe die auch gerade da war, war schwer begeistert :)
Nach einer Weile waren wir ziemlich verhungert und da Florine neue Schuhe brauchte (ihre "Landstreicherschuhe" fallen fast auseinander) sind wir in die Jerusalem-Mall gefahren, das wohl riesigste Einkaufszentrum an das ich mich erinnere... Wir wurden auch fündig, haben lecker gegessen und es gab für jeden noch einen hübschen Pullover und Socken um den irgendwie chronischen Sockenmangel bedingt durch die Jerusalemer Eiszeit zu bekämpfen. Nun haben wir wieder warme Füße :)

Heute morgen hab ich erstmal Edelgard aus dem Schlaf gerissen, eine entfernte Verwandte meines Opas mütterlicherseits. Sie arbeitet mit einer internationalen Gruppe am Checkpoint in Bethlehem und beobachtet die dortigen Geschehnisse. Nun fand ich halb zehn eine passende Zeit zum anrufen, aber die arme hat noch geschlafen. Mit ihr und einer Delegation werde ich heute in der Westbank unterwegs sein, ich habe noch keine richtige Ahnung wo und wie lange. Aber ich bin schon sehr neugierig! Nun werde ich meine Sachen zusammenpacken und mir steht noch eine Stunde Fußmarsch bis zum Checkpoint bevor.
Heute Abend werde ich weiter reisen nach Hadera, wo Lee, mein damaliger Austauschschüler mich abholen darf, den ich ich besuche. Er wohnt im Kibbutz Ma´anit, ich liebe diese kleinen Dörfchen!!! Sonntag geht es zurück nach Tel Aviv, von wo aus ich wohl den nächsten Eintrag verfassen werde :)
Bis dahin lasst es euch gut gehen und seid lieb gegrüßt!

Montag, 14. Februar 2011

Tel Aviv - Gilo

Gestern Abend kamen nicht Anna und ihr Freund, anstelle von ihm kam Annas Freundin mit. Und Daniel, der Avivim-Shinshin, war in Tel Aviv und hat uns auch besucht. Bevor Anna kam waren Daniel, Benni und ich am Strand und haben Zitronengrastee gekocht und getrunken :) Wie ich Meer und Strand vermisst habe!!!
Abends haben Anna, Benni und ich noch einen Tatort geguckt, hat ziemlich spannend angefangen und wurde dann leider eher langweilig. Also war ich wieder viel zu spät im Bett, was meiner Erkältung wohl nicht gerade gut getan hat. Ich hab fürchterlichen Husten und meine Stimme ist ziemlich im Eimer...
Heute am späten Vormittag habe ich mich auf den Weg nach Jerusalem gemacht, wo mich Florine (eine Schulfreundin, die hier gerade ein Volontariat macht) abgeholt hat. Wir sind zu ihr nach Gilo gefahren, wo sie auch arbeitet. Ich bin nun also zum ersten Mal in einer jüdischen Siedlung... Florine ist von Arbeit noch nicht zurück, vielleicht schlafe ich noch eine Runde. Morgen will ich den Tag in Jerusalem verbringen und mich abends mit Ester Breuer treffen. Sie hat mit Dr. Begrich die Israel-Reisen geleitet, an denen Mutti teilnahm.

Sonntag, 13. Februar 2011

Shabat, Zoo-Volo-Rueckkehr und Tel Aviv

Ich hatte noch ein echt schoenes Wochenende in Neve Hanna. Freitag Abend war ich mit in Synagoge und in der Gruppe zum Essen, es war echt schoen, und obwohl ich letztes Jahr eher selten in der Synagoge mit war, hab ich mich noch an alle Gesaenge erinnert :)
Samstag hab ich die Pinat Chai uebernommen, Rike war in Akko und Ishay hatte frei. Es war echt schoen und ich war total gluecklich :) Firtz, der Emu, hat alle seine Menschenscheu verloren und schnappt gerne mal nach fliegenden Haaren oder jagt die Kinder, die ihn gerne ein bisschen ansticheln, durch die Pinat Chai.
Gestern Abend bin ich dann nach Tel Aviv gefahren, wo mich Benni von der Tachanat Merkazit (Central Bus Station) abgeholt hat. Gestern Abend haben wir noch viel erzaehlt und "Stalingrad" geguckt, ziemlich krasser Film...
Heute vormittag waren wir bei der Post, Benni musste ein Paeckchen abholen. Dann waren wir bestimmt viermal bei seinem Friseur bis der endlich in seinem Salon war. Mittags hab ich 3 Stunden im Halbschlaf auf der Couch geluemmelt, dann sind wir in die Stadt gefahren: Essen im King George, meinem Lieblingsrestaurant. Und das Soufflee ist immernoch unvergleichlich ;) Nachdem wir noch eine Weile durch die Stadt geschlendert sind, sind wir nun wieder in Bennis Wohnung. Heute Abend kommen noch Anna (sie war mit Benni in Neve Hanna und auch mit uns auf Wuestentour) und ihr Freund, Shisha-rauchen :) Und morgen Vormittag fahr ich nach Jerusalem zu Florine.
Bis dahin, liebe Gruesse und bis bald

Donnerstag, 10. Februar 2011

Regen, Kinder, Tiere, Apotheke

Liebe Gruesse an euch aus Avivim, meiner Gruppe. Wie ihr seht gibt es weder Umlaute noch ein scharfes "S" auf der Tastatur :)
Die letzten Tage war ich eigentlich immer morgens in der Pinat Chai und mittags bis abends in der Gruppe, zwischendurch bei den Volos im Haus. Ich habe feststellen muessen, dass es in meinem Lieblingsaladinhosenladen keine Aladinhosen mehr gibt und das es auch in meinem Zweit-Lieblingsladen nichts schoenes gerade zu kaufen gibt, kann ich nur sparen... Gestern wollte ich auf den Shuk (Markt) gehen, aber da gab es erstens nichts schoenes (keine Aladinhosen, keine schoenen Tuecher, also nichts fuer mich XD ) und zweitens wollten sich zwei Maenner wegen irgendwas grad die Koepfe mit Eisenstangen einschlagen und wurden mir Muehe und Not von ein paar Mutigen getrennt. Ich hab lieber einen Bogen gemacht und bin wieder umgedreht...
Mittags war ich von Dudu zum Mittag eingeladen, Rali (die Psychologin, vielleicht erinnert sich jemand an die Hand-Lese-Aktion) war auch mit dabei und es war echt schoen, wenn auch Dudu mir viele schwierige Fragen gestellt hat ;)
Gestern hatte ausserdem auch Alex Geburtstag. Mein aeltestes Maedchen, aber leider feiern sie ihren Geburtstag erst naechste Woche. Ich hatte ihr huebsche Ohrringe gebaut und hoffe, sie freut sich drueber. Abends hab ich im Volohaus einen Zupfkuchen gebacken, der heute auch ratzekahl aufgegessen wurde. Dabei hab ich gestern echt gezweifelt, weil die komische "Butter" aus der Baeckerei irgendwie mehr die Konsistenz eines kruemeligen Radergummis hatte als die von Butter...
Heute morgen bin ich erstmal in die Apotheke gegangen, aber statt mit Meditonsin und Neoangin kam ich mit zwei hebraeisch beschrifteten Packungen wieder raus :) Mal sehen ob es hilft, ich habe jedenfalls meiner daemlichen Erkaeltung den Kampf angesagt...
Ich werde jetzt aufhoeren mit schreiben, ich bin zu faul und quatsche grad lustig mit dem neuen israelischen Freiwilligen in meiner Gruppe :D Ausserdem muss ich mal langsam ins Bett... Also Gute Nacht - Laila Tov und bis zum naechsten Blog!

Samstag, 5. Februar 2011

Chill-Shabat

Kurz will ich euch noch einen Wochenendgruß ins Netz setzen bevor ich zeitig ins Bett gehe damit ich morgen fit bin für Pinat Chai (Zoo) und Kinder. Ich habe ein bisschen umgeplant angesichts der Tatsache, dass meine Kids dieses Wochenende zu Hause waren. Ich werde also bis nächsten Samstag in Neve Hanna bleiben, über einen Zwischenstop in Tel Aviv am 14.2. nach Jerusalem fahren und erst das Wochenende danach in Ma´anit bei Lee, meinem damaligen Austauschpartner, sein.
Gestern hatten wir noch einen sehr aktiven Nachmittag und Abend: Zusammen mit Uria sind wir (die neuen Volos und ich) nach Beit Guvrin zu den Glockenhöhlen gefahren, da ein bisschen rumgewandert und auch in die Höhlen reingegangen. Dort wimmelte es in einer Aushöhlung oben in der Höhlendecke von Flughunden die einen ziemlichen Lärm veranstaltet haben. Da es die ganze letzte Woche wie verrückt geregnet hat war draußen alles dementsprechend nass und unsere Schuhe alle total durchweicht (hatte natürlich niemand Wanderstiefel an...). Aber es hat sich gelohnt! Anschließend sind wir in ein libanesisches Restaurant gefahren (schon ohne Uria und Caro, Caro ist eine der neuen Volos und Urias Freundin) und danach nach Jerusalem zu anderen Volos. Mit denen haben wir den Abend in einer netten kleinen Bar verbracht, mit den Neve Hanna-Volos war ich dann noch in einem kleinen Café und wir haben Schoko getrunken und Soufflée gegessen, mein erstes für diesen Urlaub. Es war zwar superlecker, kommt aber doch nicht an das Soufflée im King George ran ;) Danach hab ich einen Teil der Truppe wieder nach Kiryat Gat gefahren, zwei sind in Jerusalem geblieben.

Heute war ich ziemlich faul. Ich bin erst nach 10 aufgestanden, musste eisekalt duschen. Wie die Volos mir später erklärt haben wurde das Wasser so eingestellt, dass es nur mittags bis abends warmes Wasser gibt. Da muss ich mir meine geliebte Frühdusche für die nächste Woche wohl abgewöhnen... Dann habe ich gemütlich gefrühstückt und bin ein bisschen durch Kiryat Gat gepilgert, Geld holen, gucken, ob sich was verändert hat und feststellen, dass fast alles aussieht wie vorher. Nun sitze ich im Volohaus, bin im Moment aber alleine in der Küche und werde auch gleich schlafen gehen. Morgen früh will ich in die Pinat Chai und mittags kommen die Kinder wieder...
Liebe Regengrüße :)

Freitag, 4. Februar 2011

Franzi zurück in Israel :)

Hallo ihr Lieben zu Hause im kalten Deutschland,
ich bin gestern nach einem langen, anstrengenden und leider schlaflosen Reisetag von zwei lieben Volos vom Ben Gurion Flughafen abgeholt worden. Selbst als ich in Kiryat Gat angekommen war und mit den beiden noch kurz in der Voloküche saß, fand ich es noch total unwirklich wieder hier zu sein :)
Heute morgen, nach knapp 4 Stunden Schlaf, bin ich in meine Gruppe gegangen, Kinder wecken. Die kleinen Zwecken waren noch total verschlafen, kamen aber alle sofort angerannt und so hatte ich einen ganzen Haufen Kinder an mir dran hängen und konnte mich nicht mehr bewegen :D Nachdem alle gefrühstückt hatten und in die Schule verschwunden sind saß ich noch ein bisschen mit Jael zusammen und bin dann in die Pinat Chai gegangen, Tiere angucken und Neues entdecken, mich mit der neuen Zoovolontärin unterhalten und natürlich mit Ishay :)
Jetzt sitze ich gerade mit den Volos in der Küche, wir haben zusammen gegessen und erzählen ein bisschen :) Die Volos schmieden gerade alle Pläne, was sie am Wochenende machen. Leider sind die Kinder nicht da am Wochenende :( Vielleicht nimmt mich jemand mit :)
Um euch die Illusion zu nehmen, dass ich hier Sommerurlaub mache: es hat die ganze letzte Woche voll geregnet, es ist grau draußen und nieselt ab und zu. Aber wenigstens ist es relativ warm. Aber ich finds schön :)
So, ich grüße euch erstmal ganz lieb, es geht mir bestens (bis auf die Reisemüdigkeit) und ich bin totaaaal glücklich wieder hier zu sein!

Samstag, 3. Juli 2010

...wieder zu Hause

Irgendwie will ich meinen Israel-Volo-Blog nun auch noch mal abschließen. Meine letzte Woche war sehr anstrengend, wenn ich auch ab Montag nicht mehr gearbeitet hatte. Trotzdem war ich jeden Tag spätestens um 7 auf den Beinen, hab mein Gruppengeschenk fertig gemacht, Kuchen und Kekse für Gruppen und Mitvolos gebacken usw. Montag Abend war die Abschiedsfeier für die Bogrim und Bogrot, die Neve Hanna verlassen und zur Army gehen. Am Dienstag war die Abschiedsfeier mit meiner Gruppe. Er war unglaublich hart für mich. Es wurden, obwohl sie alle noch einen Monat bleiben, auch Shaked, Dvorah und Adi sozusagen verabschiedet bzw mitgefeiert. Dvorah und Adi haben Avivim, also meine Gruppe, sozusagen als Abendgruppe zugeteilt bekommen. Zum Abschied hab ich eine echt süße Kette und Ohrstecker bekommen und sowohl Jael als auch die Kinder haben für jeden der Freiwilligen einen Danke-Brief geschrieben. Danach haben wir meinen Kuchen und Kekse gegessen, etwas getrunken und sind kurz drauf noch in die Stadt gefahren, wo wir noch "shawarma" gegessen haben. Das ist ähnlich wie ein Döner, man hat als "Teigstück" entweder eine Pita, ein Baguette oder eine Art ganz flaches Fladenbrot (wie beim Dürüm, wer das kennt) und das wird mit Humus, Salaten und Fleisch gefüllt. Dazu gibt es, wer will, Pommes. Es war echt lecker und wir hatten einen schönen gemeinsamen letzten Nachmittag.
Mittwoch sind wir am Nachmittag mit einem vollgepackten Auto nach Nizzanim an den Strand gefahren. Dort haben wir sozusagen nochmal Voloabschied gefeiert. Wir hatten einen echt schönen Tag am Strand, hatten viel zu lachen und zu erzählen. Ins Wasser haben wir uns nicht getraut, wegen unzähliger Medusas (Quallen). Dabei hatte das Wasser doch badewannenartige 27°C! Dann haben wir, die Kamera auf die Kühlbox gestellt und per Selbstauslöser, noch versucht, ein Voloabschiedsbild zu machen. Ein paar Exemplare gibt es hier zu sehen :)









Später haben wir Mädels noch einen Lachkreis gemacht. Und wir haben tatsächlich viel gelacht :) Bei dem Spiel, einer fängt an, eine Melodie oder einen Rhythmus zu singen und jeder singt was Neues dazu, sind wir allerdings immer wegen des Lachens gescheitert...



Während wir noch mit unserem Lachkreis beschäftigt waren, haben die Jungs schon mal Feuer gemacht. Katha hatte vorher Stockbrotteig gemacht und als auch Stöcke gefunden waren, gab es was zu essen. Ich selber bin kein großer Liebhaber von Stockbrot, aber es erinnert an Kindertage, bei denen auf Freizeiten oder wo auch immer Stockbrot gebacken wurde :)







Alle totmüde sind wir gegen 12 zurück nach Neve Hanna gefahren und ich hab so schnell wie an dem Abend glaub ich noch nie geschlafen...
Am Donnerstag war für Katha und mich ein harter Tag. Fast die ganze Zeit, nachdem wir dann mal aufgestanden waren, haben wir damit verbracht, uns von Leuten zu verabschieden. Katha ist dann gegen 4 mit Dvorah nach Tel Aviv aufgebrochen. Ich war noch in meiner Gruppe, hab ihnen noch einen Dankebrief gebracht, den Itzik vorgelesen hab, weil ich des Sprechens nicht mehr fähig war. Meine Gruppe ist dann zum Barbeque gefahren, nach Nizzanim Kibbuz, und ich habe angefangen, meine Sachen zu packen. Schon alleine fürs Sortieren des ganzen Zeugs hab ich ewig gebraucht. Gegen 9 waren dann alle meine Sachen gepackt. Als ich schon eine Weile geschlafen hatte, klopfte Jan an die Tür um mir mitzuteilen, dass meine Kinderchen an der Tür warten. Sie haben mir noch ein Gruppenfoto gebracht und wollten sich nochmal von mir verabschieden.
Um ein Uhr nachts sind wir, Lorenz, Jan, Kathi und ich, dann zum Flughafen aufgebrochen. Dort warteten schon Dvorah und Katha auf uns. Am Flughafen war die Hölle los, es waren unglaublich viele Menschen da. Nach einem kurzem aber schweren Abschied vor den Gepäckscannern (weiter durften sie nicht mit) hab ich mich dem geordneten Chaos des Check-In gestellt und die anderen sind wieder zum Auto gegangen und bis auf Katha wieder nach Neve Hanna gefahren. Katha hatte sich von uns ihren großen Rucksack mitbringen lassen und sich gestern auf den Weg nach Jordanien gemacht, wo sie eine Freundin besucht, die auch Volontärin ist.
Ich hab die ganzen 3 Stunden, die man bei Israelflügen vorher da sein muss, mit Anstehen und Kontrollen verbracht. 10 Minuten vor der eigentlichen Abflugszeit war ich erst am Gate. Zu meinem Glück waren alle so spät wegen des Menschenauflaufs und da ich die letzte im Shuttlebus war, war ich sogar die allererste im Flugzeug. Mit einer halben Stunde Verspätung gestartet und nach 4 Stunden Flug, in denen ich immer abwechselnd geschlafen und gedöst hab, bin ich gestern 8:38 deutscher Ortszeit in Berlin Tegel gelandet, wo meine Familie mich abgeholt hat.
Es ist echt komisch, wieder in Deutschland zu sein. Erstmal ist alles grün und der Garten blüht wie verrückt. Und dann das ganze Deutsch um einen rum, keine "secret language" mehr, und das Sächsisch erst! Daran bin ich ja nun gleich gar nicht mehr gewöhnt... Und ich vermisse das Hebräisch echt doll, hätte ich nicht gedacht.
Immernoch fühlt es sich so an, als wäre ich auf Wochenendausflug und würde schon morgen wieder im Volohaus sein, ich hab noch nicht so ganz verstanden, dass ich tatsächlich wieder hier bin. Aber gestern war schon meine ganze, große Familie da: Andraes aus Leipzig, die versammlten Ompas und die Torgauer :) So hatten wir fröhliches Kaffeetrinken und Grillen am Abend. Und natürlich Fußball :) Mit deutschen (!) Kommentaren!
Heute war ich mit Mutti und Vati einkaufen, wir haben das neue Auto gewachst und waren, mit Anni, auf dem Töpfermarkt in Torgau. Nachmittags hab ich mein Zimmer aufgeräumt und meinen Schrank ausgemistet und später war noch ein Freund da. Nun werde ich mal ins Bett verschwinden, damit ich morgen zum Sonntagsfrühstück ausgeschlafen hab und dann heißt es schon wieder Sachen packen für den Sommerurlaub.
Euch ganz liebe Grüße, nun wieder aus meinem Keller, in dem ich mit langen Sachen und Wollsocken sitze, um nicht zu erfrieren...

Sonntag, 27. Juni 2010

Arbeit beendet

Von meiner letzten Arbeitswoche gibt es weiter nichts spannendes zu berichten. Die letzten Tage hab ich zum Großteil mit Türrahmen abschleifen und neu lasieren verbracht. Am letzten Gartentag, also Freitag, durfte ich zum Abschluss nochmal mit dem Laubpuster sauber machen...
Seit Freitag hab ich nun frei, Freitag kurz nach 11 bin ich nach Tel Aviv gefahren, um dort nochmal auf den Kunsthandwerkmarkt zu gehen. Am Nachmittag bin ich weiter nach Pardes Hanna-Karkur gefahren, von wo mich Lee abgeholt hat. Wir sind erstmal zu ihm gefahren, haben mit seiner Family ein bisschen erzählt, sie hatten auch Besuch. Nach dem Abendessen haben wir "Benjamin Button" geguckt und danach sind wir zu Freunden von ihm nach Zichron Ya´akov gefahren. Dort hin kam auch Noa, die beim Austausch die Partnerin von meiner Tina war :) Zum Ende des Jahres haben wir es doch nochmal geschafft, uns zu treffen. Die letzten beiden Male, als ich bei Adi und Lee war, war sie immer bei der Army.
Abends war ich dann aber nach den letzten zwei Nächten (erst Fußball und Donnerstag wieder Dvorah-Konzert in Kibbuz Gat) so müde, dass ich nicht mehr mit auf die Party gehen wollte und Lee gesagt hab, er soll ruhig ohne mich fahren. So habe ich, nachdem er weg war, noch ein bisschen auf seinem Klavier geklimpert. Ich war echt betrübt, was ich die letzten 10 Monate alles verlernt hab. Zum Teil musste ich sogar Notenlinien abzählen, weil ich den Bassschlüssel nur noch schlecht lesen konnte. Aber man findet sich wieder rein und ich hoffe, wenn ich wieder bei meinem Klavier bin, gehts auch wieder aufwärts :) Dann gegen eins bin ich schlafen gegangen, um 5 kam Lee wieder XD Am nächsten Morgen haben wir erstmal mit seinen Eltern gefrühstückt und ein bisschen rumgehangen. Mittags waren wir am und im Pool des Kibbuz und danach sind wir mit Freunden von Lee ans Meer nach Caesarea gefahren. Später, nach Dusche und Sachen zusammen sammeln, hat er mich zum Bus gebracht und ich bin wieder nach Kiryat Gat zurück gefahren.
Heute hab ich Kathi in der Pinat Chai vertreten. Sie war mit Jan im Carmel-Gebirge wandern. Schon als ich die Schlüssel geholt hab, empfing mich Galina mit der Unglücksbotschaft: heute Nacht sind die Ziegenmutter und ihr vor ein paar Wochen per Kaiserschnitt geborenes Junges gestorben :'( Das ist echt traurig...
Den restlichen Tieren geht es aber gut. Es war echt cool, nochmal in der Pinat Chai wirklich zu arbeiten :) Ich werde sie sehr vermissen... Mittags bin ich mit Ishay in eine Gärtnerei gefahren und Teepflanzen zu kaufen, die ich mit nach Deutschland nehmen will. Ich hoffe, ich bekomme sie durch. Die gibt es nämlich in Deutschland nicht.
Nach dem Hebräischunterricht bin ich erstmal schlafen gegangen, ich war noch voll erschlagen von den letzten Tagen. Später in der Gruppe hab ich wieder Franzosenzöpfe bei meinen Mädels geflochten. Beim Abendbrot gab es mächtig Aufruhr, weil die frechen großen Mädels der armen Jael eine Gummikakerlake zum Essen gepackt haben. Die hat sich furchtbar erschrocken, alle um sie rum sind mit aufgesprungen und Jael hat sich hinter Itzik versteckt. Wir mussten sehr lachen :) Itzik musste natürlich ernst bleiben und erklären, dass man das nicht macht, aber witzig wars trotzdem. Danach haben wir das Fußballspiel weiter geguckt und uns sehr über die gefallenen Tore gefreut und über die Fehlentscheidung des Schiris beim eigentlich zweiten Englandtor philosophiert.
Nun guck ich mal, was meine Mitvolos machen und wünsche euch einen schönen Abend!