Sonntag, 11. April 2010

Strand-und-Nudel-Wochenende

Obwohl ich den Samstag die meiste Zeit ziemlich faul war, hatte ich keine Lust zum Blog schreiben. Den Vormittag hab ich abwechselnd mit Fütterungen in der Pinat Chai, Frühstück und dösen verbracht. Dann kamen wir auf die Idee, Dudu nach einem Auto zu fragen um an den Strand zu fahren. Katha wurde damit beauftragt, denn sie wollte Samuel, der zu Besuch war, noch die Pinat Chai zeigen und sie wollten die Theaterprobe besuchen. Nachdem das aber eindeutig zu lange gedauert hat, sind Lorenz und ich losgezogen und haben sie schließlich im Olam gefunden, wo sie immernoch der Theaterprobe zugeguckt haben. Kathi spielt ja mit und fliegt auch mit im Mai nach Deutschland, und sie macht das echt voll gut! Mir würde das voll schwer fallen, zwischendurch nach Deutschland zu fliegen, glaub ich, von daher bin ich froh, dass ich nicht gefragt wurde. Ach ja, die Tragödie des Wochenendes hab ich noch gar nicht erwähnt. Während dem Vormittagsteil der Probe (es wurde den ganzen Tag geprobt) hat Schosch, die stellvertretende Leiterin, eine Herzattacke erlitten und musste ins Krankenhaus gefahren werden. Sie fällt wohl nun erstmal aus. Die Kinder waren alle voll geschockt, hysterisch oder haben geweint.
Schließlich hat Katha dann doch noch nach einem Auto gefragt und sie, Lorenz, Samuel und ich sind wieder nach Sikim an unseren neuen Lieblingsstrand gefahren. Allerdings war es zum baden viiiel zu kalt und voll windig. Aber nur ein paar Meter von uns weg saß eine Gruppe Jugendlicher, die mit einer Gitarre, einer großen Trommel und 2 Didgeridoos ziemlich coole Musik gemacht haben :) Und kaum waren die weg, hat eine Kitesurfer seine Sachen ausgepackt, so hatten wir was zu hören und was zu gucken...
Abends haben wir dann wieder gekocht und zusammen gegessen. Samuel ist glatt noch eine Nacht hier geblieben und Katha hat ihn heute Morgen bei ihrer Bäckereitour an einer Bushaltestelle abgesetzt. Heute wurde man schon morgens um 7 von einer unglaublich drückenden, schweren Hitze erschlagen, wenn man die Tür aufgemacht hat. Der Himmel ist ganz gelb, es gibt mal wieder einen Wüstenwind und im Vergleich zu gestern, wo herrlichstes Wetter war, ist es nicht auszuhalten. Aber laut Wetterbericht soll es zum Glück morgen schon wieder kühler werden, vielleicht sogar regnen.
Heute Abend ist Erev Jom HaSho´a, der Abend vor dem Holocaustgedenktag. Da gibt es nachher eine Zeremonie, wo wir auch das in den letzten Tagen geprobte "Eli, Eli" spielen und singen. Mehr steht für heute geplanter Weise nicht an. Und wir sind von der Hitze auch alle ziemlich erschlagen, zwei haben sogar Kreislaufprobleme gekriegt. Ich warte schon auf die angeblich kühleren Temperaturen morgen, sogar meine Klimaanlage hab ich heute angemacht... Euch wünsche ich erstmal noch einen schönen, kühlen Tag und bis morgen :)

Freitag, 9. April 2010

Keksebackerei und Farbkleksärgerei

In der Pinat Chai hab ich heute außer Füttern, Wassersysteme reinigen, Klohäuschen wischen und Unkraut rupfen nichts gemacht. Um die alte und eine neu gepflanzte Salbeipflanze hab ich auf vielleicht 40x40cm einen gehäuften Eimer Unkraut aus der Erde geholt! Nun sieht man die beiden Pflanzen endlich mal wieder :)
Nachdem alle gegen 10 wieder im Haus waren, haben wir nochmal "Eli, Eli" geprobt. Ein bisschen später klopfte David, ein kleiner Stift aus Jans Gruppe, an unsere Haustür und suchte jemanden, der ihn beim Duschen bewachen könne. Jan ist schon zu seiner Familie aufgebrochen gewesen, also bin ich mit David in die Gruppe gegangen, hab mich in sein Zimmer gesetzt und Wache gehalten, bis er fertig geduscht hatte. Einige Kinder haben Angst, alleine zu duschen und brauchen jemanden, der auf sie wartet.
Nach der Mittagsfütterung hab ich mit Lorenz die Schuppen von Michail unsicher gemacht. Er ist ja nun der Gartenverantwortliche und hat demnach auch die Schlüssel für die Schuppen. Und ich hatte mir in den Kopf gesetzt, meine Regale zu streichen und meinen Spiegel zu bemalen. Nun hab ich, nachdem ich stundenlang fröhlich Friesenkekse gebacken hab (die übrigens seeehr lecker sind ^^ ), festgestellt, dass von dem blöden Farbtopf rote Metalllackfarbe an meine geliebte helle Leinenhose gekommen ist. Nun hab ich das Zeug aber nicht mit Terpentin rausgekriegt und abkratzen kann man sie auch nicht :( Was für ein Jammer... Ansonsten gehts mir aber bestens, meine Füße schmerzen vom vielen Stehen und Laufen den ganzen Tag. Katha und Dvorah haben heute jeweils eine Freundin bzw einen Volo aus Jerusalem zu Gast. Mal sehen, ob wir heute noch was machen.

Donnerstag, 8. April 2010

Ziegenjagd, Plagegeister und Probe

Eigentlich gibt es von heute nichts groß zu erzählen. Außer der Ziegenjagd und meinem Versuch, Unkraut zu rupfen... Wir haben ja nun 4 Ziegenmuttis und 7 Jungtiere. Davon waren die jüngste Ziegenmutti und ihr Junges alleine in einem kleineren Stall und die anderen dort, wo mal der männliche Esel gewesen ist. Da im Eselgehege aber die 2 Jüngsten waren und die Angst vor den anderen hatten, haben sie nicht gefressen. Also haben wir die beiden und ihre Mutter in den kleinen Stall gebracht und die junge Mutti mit ihrem schon ziemlich fitten und springfröhlichen Zicklein ins Eselgehege gebracht. Fang mal so eine kleine Ziege! Ishay und ich hatten jedenfalls viel Spaß und die Zicklein haben gewaltig gemeckert, wenn man sie mal auf dem Arm hatte. Ich liebe diese kleinen Zicklein und die Ziegen überhaupt, die sind echt herrlich :)
Nach der Pause wollte ich mich mal dem Unkraut im Gemüsegarten widmen, aber das hab ich nach gut 20 Minuten aufgegeben, weil die Fliegen mich schier gefressen haben. Noch zwei Minuten und ich wär weg gewesen... Also musste ich mir wieder was anderes zu tun suchen.
Ich hab heute die erste Hebräischstunde, also um eins, gemacht weil ich danach Mittagsschlaf machen wollte. Aber als nach 2 Stunden mein Wecker klingelte, war ich immernoch wach. Es war einfach zu hell und die Bauarbeiter hinter der Bäckerei, also auch schräg hinter unserem Haus, haben einfach zu viel Krach gemacht.
Heute war Ishay in der Gruppe, weil Itzik immernoch krank ist, Jael ihren freien Tag hat und Shaked um 7 gegangen ist. Ich mag es echt, wenn Ishay in der Gruppe ist, man merkt, dass er Spaß hat und er hat eine ganz eigene, humorvolle Art, mit den Kindern umzugehen. Und sie mögen ihn auch :)
Nach dem Abendessen haben wir im Volohaus "Eli, Eli" für den Jom HaSho´a, den Holocaustgedenktag, geprobt. Außerdem hab ich heute des öfteren mit Lee telefoniert und auch bei Facebook geschrieben. Lee war mein Austauschschüler bei dem Austausch zwischen der Torgauer Musikschule und dem Gymnasium Mevo´ot Iron in En Shemer (liegt zwischen Haifa und Tel Aviv), an dem ich zwischen 2007 und 2008 teilgenommen habe. Die israelische Delegation haben wir übrigens heute vor zwei Jahren in der Nacht verabschiedet und morgen früh vor zwei Jahren sind wir nach einer wunderbaren Zeit in Israel nach Deutschland zurück geflogen :) Und Lee werde ich nächstes Wochenende besuchen, vielleicht kommen auch noch Adi und Noa, die Austauschschüler von meinen Freunden Philip und Tina, wer sie kennt. Und da freue ich mich schon voll drauf :) Und ich bin voll stolz auf mich, wenn ich hebräisch telefonieren kann oder sogar chatten! Ich muss zugeben, ich schreibe in lateinischen Buchstaben, weil ich zu faul bin, die hebräischen Buchstaben zu suchen... Aber ich verstehe und werde verstanden :D Und nun geh ich schlafen, nun ist es dunkel und ruhig, da wird es wohl klappen...

Mittwoch, 7. April 2010

Zimmergroßfegung und Joggerbegleitung

In der Pinat Chai gab es heute noch weniger zu tun als gestern. Nir hat sowohl Ziegen und Esel, als auch Vögel gemistet. Die anderen Käfige, die nicht täglich gemistet werden, wurden gestern gemacht. Also musste ich mir dauernd was zu tun suchen. Zum Beispiel habe ich alle Schuppen und das Klohäuschen ausgekehrt. Dann hab ich den Papageienkäfig sauber gemacht. Nach der Pause, als es endgültig nichts mehr zu tun gab, bin ich zu Michal gegangen, die immernoch eifrig mit der Neueinrichtung ihres Zimmers beschäftigt ist, hab ihr aus einem Schrank ein paar unnütze Schrauben raus und die Türen abgeschraubt, sie wollte nur ein Regal haben. Dann hab ich noch zwei kleine, niedrige Tische gestrichen und dann gabs auch schon Mittagsfütterung. Danach hab ich Hebräisch gemacht und eine Großfegung in meinem Zimmer veranstaltet. Dazu habe ich sogar mein Doppelbett und das Sofa abgerückt, den Teppich ausgeklopft und die Schränkchen abgerückt. Nun bin ich wieder staubfrei :)
Nach dem Abendessen in der Gruppe bin ich mit Dudu rennen gegangen. Er hat beschlossen, jeden Tag rennen zu gehen, was er auch macht. Allerdings ist er immer ca 50-100m gerannt und dann ewig gelaufen. Da ich natürlich mit meinem Fuß noch nicht wieder rennen kann, bin ich mit dem Volofahrrad nebenher gefahren. Als es dunkel wurde sind wir wieder nach Neve Hanna gelaufen bzw gefahren, denn das Rad hat kein Licht. Dort waren wir noch kurz in der Pinat Chai, ich musste das Licht im Schlangenhaus ausmachen und wir haben Sophie besucht. Nun bin ich wieder im Volohaus, informiere mich über Unis, an denen ich meine Fächerkombination studieren kann und gleich haben wir Probe für den Jom HaSho´a, den Holocaustgedenktag, der nächste Woche irgendwann ist.

Dienstag, 6. April 2010

Erster Arbeitstag nach Zehbruch

Die ganze Nacht war ich dauernd wach, weil ich dachte, ich würde meinen Wecker verschlafen, zehn nach sechs hat der mich zuverlässig aus dem Halbschlaf in die Arbeitswelt geholt. Nach einem kurzen Frühstück und meinen lädierten Fuß hübsch in die großen Wanderstiefel eingepackt, damit auch keine hungrige Ziege drauf tritt, bin ich pünktlich um sieben los in meine geliebte Pinat Chai gestiefelt. Dort habe ich zuerst meine Runde zum Käfige und Schuppen aufschließen und gucken, ob alle und alles in Ordnung sind, gedreht und dabei festgestellt, dass sich doch einiges Balagan ( = Chaos) angesammelt hat und vor allem die Wassersysteme ziemlich dreckig sind. Denen bin ich nach dem Füttern gleich zu Leibe gerückt. Das Füttern ging ziemlich schnell, weil Goel kam und die Vögel gefüttert hat und Oz, einer der Bogrim, der wohl die meiste Zeit in den Ferien in der Pinat Chai geholfen hat und auch sonst jedes Wochenende hilft, hat das Schlangenhaus gemacht. Danach habe ich noch das Blätterdach vom Eingang beschnitten, ich mag keine Zweige auf Augenhöhe, Ishay meinte, die sind gut, da fühlt er sich wenigstens mal, als sei er groß :) Als ich mich auf den Weg in die Pause machen wollte, meinte Ishay, wir wären fertig für heute und ich könne nach der Pause Michal in ihrem Zimmer helfen. Michal, die Tiertherapie in Neve Hanna macht, hat ein kleines Häuschen in der Pinat Chai, wo auch die "Treffen" mit den jeweiligen Kindern stattfinden. Me´ir, der Mann der Madricha der Bogrim, hat dort in den Ferien einen edlen Holzboden verlegt und auch draußen eine Terrasse zum sitzen errichtet. Nun hab ich Michal geholfen, das Zimmer wieder einzuräumen. Es ist echt schön geworden! Nach der Mittagsfütterung bin ich ins Haus und fast direkt unter die Dusche gegangen. Nachdem ich meine Hausaufgaben gemacht hab, hab ich mich erstmal zwei Stunden schlafen gelegt, arbeiten und vor allem so viel stehen und laufen bin ich gar nicht mehr gewöhnt :D
Kurz nach fünf bin ich in die Gruppe gegangen, wo Jael schon mit dem Abendessen beschäftigt war. Sie hat etwas typisch marokkanisches gemacht, sieht aus wie Pfannkuchen und heißt irgendwas mit M was ich mir nicht merken konnte. Heute ist nämlich für die Marokkaner ein Feiertag und sie kommt aus Marokko. Itzik war nicht in der Gruppe, er hat irgendeine Infektion im Rücken, war auch im Krankenhaus und kann sich kaum bewegen. Für seine Kinderchen hat er, für jedes einzeln, einen Süßigkeitenteller gemacht, die sich die Kinder abholen durften. So hat er wenigstens jedes der Kinder mal gesehen :) Ich war bis um acht mit Odelia unterwegs. Ich würde dieses Mädchen am liebsten mit nach Haus nehmen! Nun musste sie in die Gruppe, um acht müssen meine Kiddies, zumindest die kleinen, in der Gruppe sein. Und ich wollte noch kurz ins Internet und werde mich nun schon bald in die Waagerecht begeben, so ein Arbeitstag ist doch anstrengender als die Langeweile des Krankenlagers... Na denn Gute Nacht :)

Montag, 5. April 2010

Wellenspringen, Grenzbesuch und Essen kochen

Nachdem wir heute alle (außer Kathi) hübsch ausgeschlafen haben, sind wir nach gemeinsamem Frühstück und Pfannkuchenessen wieder nach Sikim an den Strand gefahren. Heute gab es richtig hohe Wellen und da sind wir eine ganze Weile drin rumgehüpft. Später, nach einigen Buchleseeinheiten, Bananenchips und Rumgedöse, hab ich mit Kathi eine Strandwanderung unternommen, Richtung Süden, bis zu den großen, flachen, in einer Reihe aufgestellten Steinblöcken an denen steht "Eintritt verboten". Daneben vier junge Soldaten, die die Grenze bewachen, damit auch ja keiner zwischen Gaza und der israelischen Seite hin und her kommt. Von dort sind es vielleicht noch einer, anderthalb Kilometer bis zu den hohen Häusern von Gaza, die sich wie in einem grauen Dunst als dunkle, graue und unplastische Silhouette erheben. Unterschiede wie zwei Welten...
Wieder zurück bei den lesenden und dösenden Jungs haben wir beschlossen, wieder nach Neve Hanna aufzubrechen, da wir alle gewaltig Hunger hatten. Nachdem wir uns alle Salz und Sand abgeduscht haben, haben wir zusammen Essen gekocht und auch sehr gemütlich gemeinsam gegessen :) Katha und Dvorah sind noch nicht zurück, ich bin gespannt, wann sie eintreffen, denn heute ist Feiertag und da fahren eigentlich keine Busse. Nachher kommt vielleicht noch Jans Familie vorbei, und dann muss ich schleunigst ins Bett, denn morgen darf ich ja nach fast einem Monat das erste Mal wieder in meiner geliebten Pinat Chai arbeiten, da will ich natürlich ausgeschlafen sein... Euch noch einen schönen Ostermontagabend :)

Sonntag, 4. April 2010

Frohe Ostern...

...und gesegnete Feiertage wünsche ich euch allen! Ich hoffe, ihr seid alle munter durch den Garten gehoppelt und habt alles Versteckte gefunden :) Wir sind nicht gehoppelt, wir waren ja bloß 2. Aber wir haben trotzdem fröhlich gefrühstückt mit Ostereiern und vielen süßen Dingen auf unserem Ostertisch. In Jerusalem waren wir nicht, wir wollten uns den Wahnsinn der Menschenmassen nicht antun. Dafür hab ich den Ostermontagsgottesdienst meiner Mutti gelesen und sehr an euch zu Hause gedacht (jetzt reißt Mutti meine Geschwister aus dem Schlaf, jetzt gibt es Frühstück, jetzt steigen alle ins Auto und fahren zum Gottesdienst, jetzt gibt es Essen, natürlich hab ich auch die Zeitumrechnung beachtet...). Die meiste Zeit des Vormittages haben wir mit Lesen verbracht und mittags stand plötzlich Kathi neben uns, die aus Rosh Pina zurück war (Jan musste noch Kinder nach Hause fahren). Wir hatten gedacht, sie würden erst morgen kommen aber so ist es auch schön, mal wieder mehr Leben im Haus zu haben. Nach dem Mittagessen hab ich mich meinem Laptop gewidmet und ein bisschen die viele Musik sortiert, die mir Milan gegeben hat. Dann haben wir draußen gechillt und den Rest unserer Eispackung mit Zuckerstreuseln (noch aus Muttis Weihnachtspaket) verspeist. Wie ich sie liebe, die kleinen bunten Zuckerperlchen :D Durch Zufall kamen wir dann darauf, dass Jan und Kathi zum Abendessen zu seinen Großeltern nach Gedera fahren, wo im Moment auch dessen Mutter und Schwester mit jeweiligem Freund zu Besuch sind. Da hat Jan gefragt, ob Lorenz und ich auch mitkommen wollen und kurzerhand seine Mutter angerufen, ob das okay ist. So hatten wir einen sehr fröhlichen und gesprächsreichen Abend bei Jans Großeltern. Wenn man so lange in Neve Hanna ist, wo man doch irgendwie auch nur übergangsweise lebt, lernt man echt zu schätzen, wenn man in eine Wohnung oder gar ein Haus kommt, wo wirklich jemand wohnt. So ging es mir bei Antje, bei Shaked, bei der Gastfamilie meiner Schwester und heute bei Jans Großeltern. Es fällt mir schwer zu beschreiben, aber es ist etwas völlig anderes...
Nun sind wir wieder im Volohaus und haben gleich Rüge vom Nachtshomer Arie gekriegt, weil wir nicht im Haus das Licht angelassen haben (das sollen wir jetzt immer machen, um die Einbrecher abzuschrecken...). Wir schließen seit dem letzten Einbruch auch die Haustür ab, obwohl nie jemand durch die Haustür versucht hat, einzubrechen. Und nachts kommen Laptops, meine Kamera und ähnliches in den Schrank, damit man es ja nicht von außen durch einen Gardinenspalt erspähen kann. So ein bisschen verfolgt komme ich mir schon vor und ich hoffe, dieses Gefühl bald los zu werden, denn langsam nervt es mich echt.
Und nun muss ich mal ins Bett, es war ein langer Tag und ich bin doch immer so schnell müde ;) Also gute Nacht und feiert morgen noch fröhlich den Ostermontag!

Samstag, 3. April 2010

Strand und Ostereier

Nach einem ausgiebigen Frühstück heute morgen draußen vorm Haus haben wir eingesehen, dass es viel zu heiß ist um etwas anderes zu machen als an den Strand zu fahren. Also hab ich Dudu angerufen, um nach einem Auto zu fragen. Er war voll gut drauf und klang so, als würde er schon darauf warten, dass wir anrufen und an den Strand wollen. So sind wir spontan nach Sikim, wo wir mit Katha auch schon waren, gefahren. Bloß das dieses Mal dort unzählige Menschen waren. Ich hatte echt Lust, mich zu den vielen Kindern dazu zu setzen, und Sandkuchen zu backen :) Aber dann hab ich doch gelesen und gedöst und mich nicht verbrannt! Ganz ungewohnt, bei meiner hellen Haut... Das Wasser (19°C) ist natürlich noch viel zu kalt zum Baden. Einmal war ich immerhin bis zum Hals und einmal bis zur Taille drin :) Als wir dann irgendwann kurz nach 4 gewaltig Hunger kriegten, sind wir wieder nach zurück ins menschenleere Neve Hanna gefahren. Nur der Shomer und die Tiere sind da außer uns.
Das erste, was ich hier aber gemacht hab, war nicht Essen kochen, sondern Eier, und zwar elf. Eins hab ich gleich verspeist, die anderen habe ich nach einer Sand-und-Sonnencreme-loswerd-Dusche gefärbt, meine weitsichtige Mutti hatte meiner Schwester, als die Mitte Februar über einen Austausch hier war, Eierfarben mitgegeben. Danach haben wir, mal wieder, Nudeln gekocht und ich hab eine leckere Tomatensoße gemacht, die mich selber ganz begeistert hat :) Ich hab mal "Crushed Tomatoes" gekauft, damit ich mich nicht immer mit dem doofen Konzentrat, das wir von Neve Hanna kriegen, rumärgern muss. Und siehe, da schmeckte doch gleich die Soße viiiiel besser :) Nun möchte ich euch noch meine Ostereier vorstellen und dann geh ich sofort ins Bett, so ein Tag am Strand macht ja regelrecht totmüde...



Da liegen sie, gepiekst, und warten auf das Wasser, bis es endlich kocht...

Und da brodelt es auch schon fröhlich ^^

Und geduldig warten sie auch im Färbewasser.

Da sind sie, ein bisschen gepunktet und angekratzt, aber doch bunt, meine ersten eigenen Ostereier :)

So, nun aber mal genug der Faxen, euch noch einen schönen Abend und ich geh schlafen...

Freitag, 2. April 2010

Brotunglück in der Mehrzahl

Nachdem ich die ganze Nacht wie ein Stein geschlafen hab (die vielen schlafarmen Nächte der letzten Woche haben ein großes Defizit hinterlassen), wollte ich heute Mittag Brot backen. Da man ja weder Mehl noch Hefe dank Pessach kaufen kann, haben wir Mehl und Hefe aus der Bäckerei geholt, die im Moment auch nicht arbeitet. Beim ersten Versuch hatte ich wohl zu viel Hefe (ich hatte kein Rezept und dachte, ein Päckchen auf ein halbes Kilo Mehl könnte okay sein...) und das Brot ist so doll aufgegangen, dass ich Probleme hatte, es überhaupt aus dem Ofen zu bekommen, denn es war an die Ofendecke angestoßen. Dann hatte ich eine Konsultation mit Mutti, die mir ein Rezept gegeben hat. Zweiter Versuch. Diesmal sollte es Käse-Zwiebel-Brot werden. Doch nach nicht mal der Hälfte der Zeit war auch dieses Brot riesig und schwarz. Erstens war die Rezept-Temperaturangabe wohl zu hoch und zweitens irgendwas mit Mehl bzw Teig nicht in Ordnung, denn geschmeckt haben beide "Brote" auch nicht. Entmutigt und deprimiert hab ich aufgegeben. Einen Großteil des Nachmittags habe ich dann damit verbracht, einen langen Brief an eine Freundin zu schreiben, die gerade von ihrem Auslandsaufenthalt zurück gekommen ist. Nach einer Wanderung zum Briefkasten haben Lorenz und ich Abendbrot gegessen. Naja, Abend"brot" :) Es gab Eierkuchen mit Apfelscheiben, dann zwischendurch für jeden ein Steak, das noch vom Wüstenausflug übrig war, und zum Nachtisch Eis mit Erdbeeren, Ladung Nummer 2. Mehr gibt es nicht zu berichten, ist nicht wirklich viel los, dank der Ferien. Und einen Einbruch gab es zum Glück auch nicht wieder XD Achja, aber die Wiese vom Wadi hat wieder gebrannt und diesmal kam sogar die Feuerwehr zum löschen. War aber eher unspektakulär. Also dann euch einen schönen Abend noch und eine gute Nacht!

Donnerstag, 1. April 2010

Einbruch der dritte, Wiesenbrand und Nudelauflauf

Gestern Abend, kurz nach 10, ich hab gerade mit Mutti geskypt, Lorenz gelesen, alle anderen ausgeflogen, hämmert plötzlich jemand stark an unsere Tür. Verwundert, wer so spät noch was von uns will, bin ich zur Tür getappt und sehe Itzik mit Telefon am Ohr. Als ich die Tür aufmache, steht auch noch Arie, der Nachtshomer, da und sofort sind sie im Haus und im Zimmer der beiden Katharinas. Ob es ein Problem gibt, frag ich, ja, meint Itzik nur kurz und da sehe ich auch schon das offene Badfenster und das zerschlitzte Fliegengitter. Arie war wohl darauf aufmerksam geworden, weil er draußen das abgerissene Fliegengitter gesehen hat. Einbruch der dritte. Ob der Einbrecher diesmal im Haus war, wissen wir nicht, zumindest hat er diesmal offensichtlich nichts gestohlen, vielleicht hat er Arie kommen hören. Ich hab alle Volos angerufen und nach ihren "Wegweisern" alle Wertsachen eingesammelt und in meinem Schrank verstaut. Lorenz und Itzik waren im Bogrimhaus, um zu sehen, ob dort jemand ist, denn die sind mit Hauptverdächtige, weil der erste Einbrecher mit großer Sicherheit einer von ihren war. Aber dort war niemand. Inzwischen ist es auch schon zu kriminell, das traut eigentlich niemand von uns wirklich den Kids hier zu. Nach Ishays Einwilligung haben wir Sophie ins Haus geholt, sie hat im Flur übernachtet und alles, was sie gefunden hat, auseinander genommen. Ich hatte so Angst, dass ich am ganzen Körper gezittert hab und die Nacht kaum schlafen konnte. Nachts kam auch noch Katha von einem Festival zurück, auf dem sie mit Benni war. So waren immerhin 3 Volos im Haus. Heute fahren Katha und Dvorah für 4 Tage auf die Sinaihalbinsel. Ich bin schon sehr neidisch :) Aber ich trau mich auch kaum, das Haus alleine zu lassen.
Kurz nach 12 bin ich mit Lorenz nach Ashkelon aufgebrochen, ich musste nochmal zum Orthopäden. Das was etwas lustig. Ich war vielleicht 2 Minuten beim Arzt drin, er meinte, ich solle ihm mal erzählen, wie es dem Fuß geht und ob er weh tut. Dann meinte er, ich dürfe vorsichtig wieder mit arbeiten anfangen, nur Fußball spielen darf ich nicht. Mehr hat er nicht gesagt. Danach sind wir noch zum Krankenhaus gefahren, weil ich die Röntgenbilder doch gerne haben und mit nach Deutschland nehmen wollte. Da musste ich eine ganze Weile warten, weil die Frau von der Kasse, bei der ich zu zahlen hatte, gerade in die Mittagspause gegangen war. Mein Name hat nun eine neue Schreibweise bekommen: Fransiska Shmidt. :) Danach haben wir noch beim Supermarkt Halt gemacht und noch ein bisschen Obst und Gemüse mitgenommen, und Eis :) Zurück im Volohaus hab ich dann die Erdbeeren gewaschen und entfitzelt und dann haben Katha, Lorenz und ich draußen gesessen und Eis mit Erdbeeren gegessen, gehts uns gut!
Heute Nachmittag hörten Katha und ich ein komisches Geräusch und sind rausgegangen. Auf der Wiese vom Wadi gegenüber vom Neve Hanna Gelände gab es einen Feuerkreis, der sich sehr schnell ausgebreitet hat. Aber niemanden hat es so wirklich interessiert. Ich glaube nicht, dass es sich von selbst entzündet hat, denn dafür war es nicht trocken genug und schon zu kalt. Zum Glück hat es sich auch nach einer Weile gelegt und nun gibt es einen ziemlich großen, schwarzen Aschekreis.
Nachdem heute Vormittag schon Meir (er ist zwar Polizeichef in Kiryat Gat, macht aber in Neve Hanna auch viele handwerkliche Sachen und hat davon echt Ahnung) mit Itzik Dvorahs und Kathas Badfenstergitter nochmal richtig fest in der Wand verschraubt hat, haben Lorenz und Katha abends auch die Gitter an meinem Badfenster und dem des Jungszimmers nochmal richtig verschraubt. Als ich rausgegangen bin um zu fragen, ob ich mit dem Essen anfangen soll, saßen Ishay und Itzik unserem Haus gegenüber und Katha stand daneben. Sie hat mich gleich mit der Nachricht empfangen, dass Ella, die kleine Ziege gestorben ist. Das war die Ziege, die so bei der Geburt gekämpft hat und deren Junges doch nicht überlebt hat. Sie ist so klein, weil sie selbst mit Flasche aufgezogen wurde. Sie ist nun an irgendeiner Infektion gestorben. Offensichtlich wurde sich bei Ishays Abwesenheit während unserer Wüstentour nicht allzu gut um sie gekümmert, und obwohl Ishay sie sofort in Behandlung genommen und Antibiotika verabreicht hat, ist sie gestorben. Ella war die einzige wirklich zutrauliche Ziege und wurde von allen sehr geliebt.
Zum Abendessen gab es heute für Katha, Lorenz und mich Nudelgratin mit Champignons und Paprika :) Es war sehr lecker.
Nun haben wir gerade Katha und Dvorah, die erst kurz vorher auch wieder eingeflogen war, zur Bushaltestelle nach Kastina (ca 15 Minuten nördlich von Kiryat Gat) gefahren, von wo aus sie über Nacht ihre viertägige Reise in den Sinai antreten. Lorenz und ich hüten nun das Volohaus. Der Shomer ist auch in Alarmbereitschaft und dreht nun regelmäßiger eine Runde ums Volohaus.
Da es bei uns schon halb eins ist, muss ich nun dringend mal schlafen... Also: Gute Nacht :)